Ein Separator trennt Gülle in eine feste und eine flüssige Phase. Der Betrieb gewinnt Feststoffe, die er als Einstreu oder Kompost nutzen kann, im Lager bleibt dünnere Gülle, die sich leichter aufrühren lässt, und die Ausbringung wird gleichmäßiger, ohne verstopfte Schläuche. Eine solche Maschine ist der Pressschneckenseparator Stallkamp PSS 2.2-400, der 2016 auf der Messe AGRA in Gornja Radgona eine Goldmedaille für Innovation erhielt, worüber der Hersteller auch in seinen News berichtete. Kancler Sistem Pro ist der slowenische Partner von Stallkamp. Im Folgenden erklären wir, wie der Separator arbeitet, was aus der Gülle entsteht und wann sich die Maschine rechnet.
Was die AGRA-Goldmedaille bedeutet
Die Messe AGRA in Gornja Radgona ist für slowenische Landwirte und Landtechnikhändler ein fester Termin, und eine Goldmedaille für Innovation gilt dort als angesehene Anerkennung. Aussteller können ihre Neuheiten für den Wettbewerb einreichen. 2016 beurteilte ein Gremium aus Fachjournalisten und Branchenexperten die Einreichungen nach Konstruktion, Leistung und technischem Neuheitsgrad und vergab eine Goldmedaille an den Stallkamp-Separator.
So arbeitet ein Pressschneckenseparator
Eine Pumpe fördert die Gülle in die Einlasskammer, von dort schiebt eine Schnecke sie durch einen zylindrischen Spaltsiebkorb. Beim Pressen läuft die Flüssigkeit durch das Sieb ab und gelangt über einen Überlauf oder eine Pumpe zurück ins Lager. Die Feststoffe wandern weiter zum Auswurf, wo ein hydraulischer Kegelkopf sie zurückhält. Er erzeugt den Gegendruck: Je höher er ist, desto trockener wird die feste Phase. Der Druck wird an einem Manometer abgelesen, sodass sich die gewünschte Trockenheit im laufenden Betrieb einstellen und später wiederholen lässt.
Das ausgezeichnete Modell PSS 2.2-400 ist eine kompakte Ausführung mit Edelstahlgehäuse, gepanzerter Edelstahl-Pressschnecke und 2,2-kW-Getriebemotor. Laut Hersteller lassen sich Feststoffe mit bis zu etwa 32 % Trockensubstanz erreichen. In der mobilen Einheit ComPress ist der Separator mit einer Drehkolbenpumpe und einer elektronischen Steuerung kombiniert, auf Wunsch auch mit Fahrwerk. Er ist vor allem für kleinere Mengen gedacht, und die Anlage lässt sich später erweitern. Für größere Durchsätze bietet Stallkamp die größeren Separatoren PSS und PSG an, Letztere mit Gussgehäuse.
Was aus einer Tonne Gülle entsteht
Stallkamp nennt eine theoretische Rechnung: Aus einer Tonne Gülle mit 8 % Trockensubstanz entstehen rund 900 kg Dünnphase mit etwa 5 % TS und rund 100 kg Feststoffe mit etwa 30 % TS. Das tatsächliche Ergebnis hängt von der Gülle, dem eingestellten Gegendruck und der Größe des Separators ab, deshalb empfiehlt der Hersteller einen Test mit Gülle vom eigenen Hof.
Die Nährstoffe verteilen sich nicht gleichmäßig auf beide Phasen. Bei Rindergülle gelangen nach Erfahrung des Herstellers etwa ein Fünftel des Phosphors und rund 15 % des Stickstoffs in die Feststoffe, der Großteil der Nährstoffe bleibt in der Dünnphase.
Wohin mit Feststoffen und Dünnphase
Einstreu für Liegeboxen. Ausreichend trockene Feststoffe lassen sich als Einstreu verwenden. Der Betrieb erzeugt sie selbst, dann wenn er sie braucht, und kauft so weniger Stroh zu. Voraussetzung ist ein gutes Boxenmanagement: Die Einstreu muss regelmäßig nachgefüllt werden, damit das Liegebett eben bleibt und sich das Material nicht erwärmt, und sie sollte frisch verwendet werden. Was eine Kuh von ihrem Liegeplatz erwartet, haben wir im Beitrag über Liegeboxen und den Kuhkomfort beschrieben.
Lagerung, Kompostierung und Transport. Die Feststoffe verhalten sich ähnlich wie Festmist. Man lagert sie auf der Mistplatte, kann sie kompostieren oder auf entferntere Flächen bringen, denn konzentrierte Nährstoffe zu transportieren ist günstiger als die gesamte Gülle.
Dünnphase im Lager. Fließt die Dünnphase zurück in die Grube oder Lagune, enthält das Lager weniger Trockensubstanz und Feststoffe. Diese Gülle lässt sich leichter aufrühren, und das Rührwerk braucht für eine gute Durchmischung weniger Energie. Bei der Wahl beraten wir Sie gerne im Rahmen unseres Angebots an Güllerührwerken.
Ausbringung. Dünnere Gülle verteilt sich gleichmäßiger, verstopft keine Schläuche und zieht schneller in den Boden ein. Bei Lagerung und Ausbringung beider Phasen sind selbstverständlich die geltenden Düngevorschriften einzuhalten.
Wann sich ein Separator rechnet
Ein Separator ist eine einmalige Investition, doch die Vorteile summieren sich: weniger zugekaufte Einstreu, ein entlastetes Lager, leichteres Aufrühren, einfachere Ausbringung und günstigerer Nährstofftransport. Je mehr dieser Vorteile ein Betrieb nutzt, desto schneller amortisiert sich die Anschaffung. Stallkamp hat seinen kompakten, mobilen Separator auch für kleinere Betriebe entwickelt und hält ihn bereits ab etwa 80 Kühen für sinnvoll.
Am einfachsten lässt sich die Gülleseparation schon bei der Stallplanung berücksichtigen, wenn über Güllewege, den Platz für den Separator und die Lagerung der Feststoffe entschieden wird. So ergänzt der Separator sinnvoll die übrige Ausstattung für die Rinderhaltung, von den Liegeboxen bis zur Tränke.
Brauchen Sie Beratung?
Stallkamp ist ein deutscher Hersteller von Gülletechnik, von Behältern und Pumpen bis zu Separatoren und Rührwerken, und Kancler Sistem Pro ist der slowenische Partner für Beratung, Verkauf und Montage. Wenn Sie über eine Gülleseparation nachdenken, nennen Sie uns Herdengröße, Haltungsform und Lagersituation, und wir schlagen Ihnen eine passende Lösung vor.
Schreiben Sie uns über das Kontaktformular, Neuigkeiten und Beispiele aus der Praxis veröffentlichen wir auch auf unserer Facebook-Seite.

