Eine erfolgreiche, gesunde Kälberaufzucht setzt voraus, dass Haltungskonzept, Stallklima und Fütterung aufeinander abgestimmt sind. Schon kleine Fehler bei der Unterbringung oder Belüftung zeigen sich schnell in der Gesundheit der Tiere. PATURA hat dafür ein modulares Kälberboxensystem samt passender Ausstattung für Kälber entwickelt, und Kancler Sistem Pro berät und montiert es als slowenischer Partner auf slowenischen Betrieben.
Einzelhaltung in den ersten Wochen
Eine bewährte Aufzuchtvariante ist die Unterbringung der Kälber in fest installierten Einzelboxen bis zu einem Alter von etwa 10 bis 12 Wochen, mit anschließendem Wechsel in Gruppenboxen. Die Vorteile dieser Lösung sind gute Übersicht, die Möglichkeit der Kombination mit einem automatischen Fütterungssystem sowie eine einfache, schnelle Reinigung, da sich die Boxen fast vollständig zerlegen lassen. Die PATURA Kälberboxen stehen auf zwei festen Sockeln, die zugleich als Gleitkante für die maschinelle Mistentfernung dienen. Die Standardgröße der Box beträgt mindestens 2,3 m², die Seiten- und Rückwände lassen sich ohne Werkzeug austauschen, was sowohl die Reinigung als auch den Umbau zu einer Gruppenbox erleichtert.
Was die Vorschriften zu den Boxenmaßen sagen
Die Maße der Einzelboxen sind keine freie Entscheidung, sondern werden durch die Vorschriften zur Kälberhaltung festgelegt. Für Kälber unter 2 Wochen geben die Vorschriften eine Box von etwa 1,20 x 0,80 m (Länge x Breite) vor, für Kälber im Alter von 3 bis 8 Wochen etwa 1,60 bis 1,80 x 1,00 m. Ab der 9. Lebenswoche muss die Liegefläche in der Box bereits größer sein, etwa 1,80 bis 2,00 x 1,20 m.
Die Vorschriften schreiben außerdem ab etwa der 8. Woche eine Gruppenhaltung vor; Einzelhaltung ist nur zulässig, wenn die Gruppe weniger als 3 Kälber umfasst. Für die Gruppenaufzucht bis zum Alter von 6 Monaten legen die Vorschriften je nach Gewicht der Tiere Mindestliegeflächen fest: bei Kälbern unter 150 kg mindestens 1,50 m² (empfohlen 1,80-2,20 m²), bei Kälbern zwischen 150 und 220 kg mindestens 1,70 m² (empfohlen 2,00-2,50 m²), bei Kälbern über 220 kg mindestens 1,80 m² (empfohlen 2,30-2,80 m²). Alle hier genannten Maße sind Richtwerte, prüfen Sie sie bei der Stallplanung daher immer anhand der geltenden Vorschriften.
Der Übergang zur Gruppenhaltung
Fachleute bestätigen, dass sich die Gruppenaufzucht positiv auf die Entwicklung der Kälber auswirkt, da die Kälber voneinander lernen, was die soziale Interaktion fördert. Dadurch verbessert sich die Aufnahme von Rohfaser und Wasser, was zu vitaleren Kälbern mit höheren täglichen Zunahmen führt. Ein konstantes Stallklima erleichtert die kritische Übergangsphase von der Einzel- zur Gruppenhaltung, und die Kälber lassen sich über ein selbstfangendes Fressgitter fixieren, was ein ruhiges, kontrolliertes Füttern und Tränken jedes einzelnen Tieres ermöglicht.
Belüftung und Schutz vor Kälte
Die Gestaltung der Kälberbox und die Konstruktion der Buchten müssen einen optimalen Luftaustausch gewährleisten, was den Keimdruck deutlich senken und die Gesundheit der Kälber wesentlich verbessern kann. Ein modulares System mit austauschbaren, mit einem Gitter versehenen Rückwänden sorgt genau für diese gute Belüftung und hält die Box gleichzeitig trocken und zugfrei.
Für neugeborene oder geschwächte Kälber ist der Einsatz einer Boxenabdeckung mit Heizplatte sinnvoll, die dem Kalb in den ersten Stunden nach der Geburt schnelleres Trocknen und angenehme Wärme verschafft. Bis zu 98 % der abgegebenen Wärme erreichen dabei das Kalb, das System verfügt zudem über eine eingebaute Sicherheitsabschaltung. Ist das Kalb gründlich getrocknet und gekräftigt, empfiehlt sich eine Kälberdecke, die an kalten Tagen hilft, eine stabile Körpertemperatur zu halten. Die kleinere Größe ist für kleine Kälber und Frühgeburten gedacht, die größere für Rassen mit größeren Kälbern.
Fütterung und Tränkung, die die Natur nachahmen
Eine problemlose Verdauung und schnelles Wachstum werden nur durch die richtige Aufzucht erreicht. Bei der Milchfütterung kommt es auf die Durchflussgeschwindigkeit an: Sauger, durch die nur so viel Milch fließt wie am Euter der Kuh, ermöglichen es den Kälbern, die Milch ähnlich wie beim Saugen an der Mutter aufzunehmen. Das regt einen intensiveren Speichelfluss an, was den pH-Wert und die Verdauung verbessert und das Durchfallrisiko senkt. Intensives Saugen befriedigt zugleich den Saugreflex, weshalb sich Kälber deutlich seltener gegenseitig belecken und besaugen.
Für die Aufzucht im Freien stehen außerdem Kälberhütten aus glasfaserverstärktem Kunststoff zur Verfügung, mit einer weißen Außenschicht, die Sonnenstrahlen reflektiert, damit sich die Box auch im Sommer nicht zu stark aufheizt. Die natürliche Klimaregulierung in einer solchen Hütte hält den Raum trocken und zugfrei, was das Risiko von Erkrankungen wie Lungenentzündung deutlich verringert.
Checkliste für die Kälberaufzucht
- Die Boxen sind in den ersten Wochen Einzelboxen, deren Maße den Vorschriften für das jeweilige Alter entsprechen
- Der Wechsel zur Gruppenhaltung ist ab etwa der 8. Woche vorgesehen, die Fläche je Kalb entspricht seinem Gewicht
- Die Rückwände ermöglichen eine gute Belüftung ohne Zugluft
- Neugeborene und geschwächte Kälber haben Zugang zu einer Heizplatte oder einer Kälberdecke
- Die Milchfütterung erfolgt über Sauger, die den natürlichen Saugfluss nachahmen
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Das gesamte Angebot an Kälberboxen und Aufzuchtausstattung finden Sie auf der Seite Ausstattung für Kälber.

