25. August 2026 Autor: Simon Kancler

Stallbelüftung ohne Zugluft

Frische Luft ist für die Tiergesundheit unverzichtbar, Zugluft dagegen schädlich. Erfahren Sie, wie natürliche Belüftung ohne Zugluft gelingt.

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Jeder Tierhalter steht vor derselben Frage: Wie kommt genug frische Luft in den Stall, ohne die Tiere Zugluft auszusetzen? Die Lösung liegt nicht darin, den Stall zu schließen oder ganz offen zu lassen, sondern in einer durchdachten Kombination von Belüftungssystemen, die die Luft gezielt lenken und kontrolliert durch die Gebäudehülle strömen lassen.

Was passiert, wenn die Belüftung nicht ausreicht

Tiere im Stall geben ständig Wärme und Feuchtigkeit an die Luft ab. Können Feuchtigkeit und Wärme den Raum nicht schnell genug verlassen, stauen sie sich im Stall, was zu Hitzestress führt, der sich bei leistungsstarken Tieren negativ auf Fruchtbarkeit und Futterverwertung auswirkt.

Unzureichende Belüftung löst eine Kettenreaktion aus: Ein geringerer Luftaustausch erhöht die Luftfeuchtigkeit und die mikrobielle Belastung im Raum, schwächt die Abwehrkräfte der Tiere, und die Folge sind feuchte Einstreu, verschmutzte Tiere und eine höhere Häufigkeit von Erkrankungen der Atemwege, der Haut und des Euters. Ein gut geplantes Belüftungssystem unterbricht diese Kette bereits am Anfang, indem es einen trockenen, hellen Raum mit einem konstanten, aber sanften Luftstrom schafft.

Fest installierte und abnehmbare Systeme

Für den grundlegenden Schutz vor Wind und Zugluft werden fest montierte Windschutznetze eingesetzt, die Öffnungen in der Gebäudehülle abdecken und Luft durch ihre Struktur hindurchlassen. Wo mehr Flexibilität nötig ist, etwa beim saisonalen Öffnen eines Gebäudes, gibt es abnehmbare Netzsysteme, die vollständig entfernt und wieder montiert werden können. Diese eignen sich vor allem für offene Ställe, Maschinen- und Lagerhallen, in denen frische Luft und Licht eindringen sollen, während Regen und Vögel draußen bleiben.

Spannnetze werden auch als leichte Blende in Kombination mit einer Führungsschiene eingesetzt, was es leicht macht, das Netz je nach Witterung zu verschieben. Spanngurte und Ratschen sorgen dabei dafür, dass das Netz über die gesamte Breite der Öffnung gleichmäßig gespannt bleibt, auch bei größeren Abständen zwischen den Pfosten.

Tore für kontrollierte Belüftung und schnellen Zugang

Wo eine Öffnung bei Bedarf vollständig geschlossen und wieder schnell geöffnet werden muss, kommen Windschutztore zum Einsatz. Sie sind in drei Grundausführungen erhältlich, die sich vor allem in der Bedienung unterscheiden:

  • Zugtore mit Federmechanismus und Griff an einer Zugleine, die ein schnelles manuelles Öffnen und Schließen ermöglichen,
  • Rolltore und Schnelllauftore mit Ketten- oder Elektroantrieb, die sich dank seitlicher Führungsschienen auch bei hoher Windgeschwindigkeit öffnen lassen,
  • Agrartor-Pro-Tore, beidseitig gespannt, mit horizontalen Verstärkungen für zusätzliche Stabilität, betrieben mit Ketten- oder Elektroantrieb und Fernbedienung.

Alle diese Systeme verfügen unten über Dichtkanten, die unebenen Boden ausgleichen und verhindern, dass kalte Luft unter dem Tor eindringt. Robuste Stahlprofile und seitliche Führungen sorgen dafür, dass die Tore auch bei stärkerem Wind seitlich dicht anliegen, was unerwünschtes Flattern und zusätzliche Zugluft verhindert.

Zusätzlicher Schutz: Vorhänge und Beschattung

Für Stellen, an denen neben dem Wind auch Kälte und Insekten abgemildert werden sollen, gibt es Streifenvorhänge aus 3 mm dicken PVC-Streifen mit abgerundeten Kanten, die keine Verletzungsgefahr darstellen. Solche Vorhänge bleiben dabei transparent, was Sicht und Licht im Raum erhält, und reduzieren im Sommer spürbar das Auftreten von Fliegen. Sie eignen sich für Tore, Türen und Durchgänge und bleiben auch bei niedrigeren Außentemperaturen einsetzbar.

Wo Tiere einen Teil des Jahres im Freien verbringen, sind Beschattungsnetze eine sinnvolle Ergänzung, die den Tieren Schutz vor der Sonne und ein angenehmeres Mikroklima auf der Weide bieten. Solche Netze lassen einen Teil des Lichts durch und blockieren gleichzeitig einen großen Teil der Sonnenstrahlung.

So finden Sie die richtige Kombination

Bevor Sie sich für ein Belüftungssystem entscheiden, beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie ist der Stall in Bezug auf die vorherrschende Wind- und Regenrichtung ausgerichtet?
  • Benötigen Sie eine ständige, sanfte Belüftung oder gelegentlich einen vollständigen Verschluss der Öffnung?
  • Wie oft und wie schnell muss die Öffnung geschlossen bzw. geöffnet werden?
  • Haben die Tiere auch Zugang ins Freie, wo sie Schatten benötigen?

Aufgrund der Antworten ist oft eine Kombination am sinnvollsten: ein fest installiertes oder abnehmbares Netz an einem Teil der Gebäudehülle und Tore an den Stellen, an denen regelmäßiger Zugang erforderlich ist. PATURA entwickelt diese Systeme gezielt für landwirtschaftliche Gebäude, und Kancler Sistem Pro hilft Ihnen als slowenischer Partner bei der Auswahl und Montage einer auf Ihren Stall abgestimmten Lösung.

Brauchen Sie Beratung?

Mit ein paar Fotos und den Maßen Ihres Stalls, die Sie uns über das Kontaktformular senden, können wir einschätzen, welches System die Luft am besten regelt.