7. Juli 2026 Autor: Simon Kancler

Zäune für Schafe und Ziegen

Schafe und Ziegen gelten als schwerer kontrollierbar und brauchen daher einen leistungsstärkeren Zaun. So wählen Sie Gerät, Draht und Netz richtig.

Zäune für Schafe und Ziegen

Schafe und Ziegen zählen zu den Tieren, die auf der Weide schwerer zu kontrollieren sind, weshalb ein Standardzaun, der bei Rindern gut funktioniert, für sie oft nicht zuverlässig genug ist. Die richtige Wahl von Weidezaungerät, Draht oder Netz für Schafe und Ziegen sowie der passenden Zaunspannung ist deshalb entscheidend, wenn die Tiere dort bleiben sollen, wo sie sein sollen.

Warum Schafe und Ziegen einen leistungsstärkeren Zaun brauchen

Bei der Wahl der Ausrüstung für den Weidezaun spielt die Tierart eine wichtige Rolle. Für schwerer zu kontrollierende Tiere wie Wildtiere, Schafe, Ziegen und Geflügel sind leistungsstärkere Geräte erforderlich. Für leichter zu kontrollierende Tiere wie Rinder, Pferde oder Schweine kann bei gleicher Zaunlänge ein Gerät mit geringerer Leistung eingesetzt werden.

Die Leistung eines Weidezaungeräts wird vor allem durch die Impulsenergie in Joule bestimmt. Geräte mit niedriger Impulsenergie, unter 0,5 J, eignen sich für leicht zu haltende Tiere und kurze Zäune ohne Bewuchs. Geräte mit mittlerer Energie, 1 bis 5 J, passen zu schwereren Weidetieren und Zäunen mit normalem Bewuchs, Geräte mit hoher Energie, über 5 J, sind für lange Zäune mit starkem Bewuchs gedacht. Eine Technologie, die den starken Impuls bis zum Zaunende aufrechterhält, sorgt auch unter anspruchsvollen Bedingungen für gleichbleibende Leistung.

Die Spannung, die zählt: unter Belastung

Neben der Impulsenergie ist die Zaunspannung unter Belastung entscheidend, nicht die Leerlaufspannung des Geräts. Nach der VDE-Norm muss ein Schutzzaun auch unter Belastung eine Mindestspannung von 2000 Volt erreichen, in der Praxis wird eine Spannung zwischen 3000 und 4000 Volt empfohlen. Gerade unter Belastung, etwa wenn Gras oder Bewuchs den Draht berührt, zeigt sich, ob ein Gerät die Spannung hält oder nicht.

Energiequelle für das Weidezaungerät

Für die Stromversorgung von Weidezaungeräten stehen mehrere Energiequellen zur Verfügung: 230-Volt-Wechselstrom aus der Steckdose, 12-Volt-Gleichstrom aus einer Batterie, dieselbe Batterie in Kombination mit einem Solarkollektor, oder eine 9-Volt-Trockenbatterie. Der Anschluss an die Steckdose ist die günstigste und einfachste Lösung, wo verfügbar. Ist keine Steckdose vorhanden, ist die nächstbeste Wahl eine Batterie ergänzt durch einen Solarkollektor, vor allem von Frühling bis Herbst. Trockenbatterien sind die teuerste und energetisch schwächste Lösung, ihr Vorteil liegt in der einfachen Nutzung ohne Aufladen.

Dauerzaun: Draht und Pfosten

Für einen Dauerzaun für Schafe und Ziegen werden an Ecken und Richtungswechseln stabile Pfosten eingesetzt, auf den geraden Abschnitten Draht, wobei verschiedene Ausführungen von Linienpfosten zur Verfügung stehen, etwa Hartholzpfosten, T-Pfosten, Kreuzpfosten oder Robin-Pfosten. Die empfohlenen Maße unterscheiden sich je nach Tierart:

  • Schafe: Aufstellhöhe 0,90 bis 1,05 m, 4 bis 5 Drähte,
  • Ziegen: Gesamthöhe 1,05 bis 1,20 m, 4 bis 6 Drähte,
  • zum Vergleich benötigen Rinder bei gleicher Aufstellhöhe nur 2 bis 3 Drähte.

Die höhere Drahtzahl und die größere Gesamthöhe bei Schafen und Ziegen sind kein Zufall, sondern spiegeln wider, dass diese Tiere mit nur einem oder zwei Drähten schwerer zu halten sind.

Mobiler Zaun für schnellen Standortwechsel

Wo Weideflächen gewechselt werden oder der Zaun oft versetzt werden muss, ist ein mobiler Zaun sinnvoll. Das System ist so ausgelegt, dass eine Person einen Zaun für einen Hektar in etwa einer halben Stunde aufstellen kann, da alle Teile auf schnelle Montage und Demontage ausgelegt sind. Ein mobiler Zaun für Schafe und Ziegen hat eine Gesamthöhe von etwa 0,90 m und 3 bis 4 Drähte, zu den Systemkomponenten gehören Draht, Verbindungskabel, Drahtaufrollspulen, Feder- oder Kunststoffpfosten sowie Eckrollen.

Elektronetze: eine praktische Lösung für Kleinvieh

Für Schafe und Ziegen sind elektrische Netze oft die praktischere Wahl, da sie eine zuverlässige Absperrung bieten, ohne dass mehrere Drahtreihen nötig sind. Hochwertige Netze kombinieren Kupferdraht für die Leitfähigkeit mit legiertem Stahldraht für die Haltbarkeit, was eine lange Lebensdauer bei hoher Leitfähigkeit auch über größere Entfernungen ergibt. Für hügeliges oder unebenes Gelände gibt es Ausführungen mit steifen vertikalen Strängen, die ein Durchhängen des Netzes verhindern.

Wo die Erdungsbedingungen schlechter sind, gibt es Netze mit eingebautem Erdungsleiter in der unteren Reihe, was zugleich verhindert, dass Nagetiere die spannungsführende untere Reihe beschädigen. Eine Alternative sind Plus-Minus-Netze, bei denen die Stränge abwechselnd an den Zaun- und den Erdungsanschluss angeschlossen sind, sodass das Tier zwei Stränge gleichzeitig berühren muss, um einen Schlag zu spüren, was auch bei schlechter natürlicher Erdung des Bodens funktioniert.

Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

  • Wie lang ist der Zaun, und wie stark wird er durch Bewuchs belastet?
  • Steht Netzstrom zur Verfügung, oder benötigen Sie eine Batterie bzw. einen Solarkollektor?
  • Handelt es sich um eine dauerhafte Installation, oder werden Sie den Zaun häufig versetzen?
  • Sind die Erdungsbedingungen auf Ihrem Grundstück gut oder schlechter als üblich?

PATURA entwickelt Weidezaungeräte, Drähte und Netze gezielt für die anspruchsvollen Bedingungen der Kleinviehhaltung, und Kancler Sistem Pro ist der slowenische Partner, der Ihnen hilft, ein zu Ihrer Herde und Ihrem Gelände passendes System zu wählen.

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Für einen Zaunvorschlag, der zu Ihrer Weide und Herdengröße passt, genügen uns ein paar Angaben.