Der Wolf kehrt in die slowenische Landschaft zurück, und für Schaf- und Rinderhalter bedeutet das, dass ein Zaun mehr leisten muss als ein gewöhnlicher Weidezaun. Ein Elektrozaun, der einen Wolf wirklich abschreckt, muss vom ersten Kontakt an stark, leitfähig und richtig geerdet sein, sonst lernt das Tier lediglich, dass sich der Zaun überwinden lässt. PATURA, deren slowenischer Partner Kancler Sistem Pro ist, hat dafür klare Empfehlungen, die bereits bei der Planung des Weidezauns berücksichtigt werden sollten.
Warum ein Wolfsschutzzaun eine andere Liga ist
Bei einem klassischen Weidezaun für Schafe oder Rinder geht es vor allem darum, die eigenen Tiere am Ausbrechen zu hindern. Beim Schutz vor Wölfen ist die Logik umgekehrt: Der Zaun muss ein hochintelligentes, vorsichtiges Raubtier davon überzeugen, dass sich ein Versuch gar nicht erst lohnt. Entscheidend ist, dass der erste Stromschlag, den der Wolf am Zaun spürt, sofort seine volle Wirkung entfaltet. Nur so prägt sich das Tier den Zaun gut ein und meidet ihn künftig. Empfehlenswert ist außerdem der Einbau von Blinklichtern am Zaun, die sich nähernde Tiere rechtzeitig auf das Hindernis aufmerksam machen.
Geräteleistung und Erdung entscheiden über die Wirkung
Wie stark der Schlag ist, den der Wolf spürt, hängt nicht nur von der Anzahl der Drähte ab, sondern vor allem von drei Faktoren: der Leistung des Geräts, der Qualität der Erdung und der Leitfähigkeit der Drähte.
- Das Weidezaungerät sollte mindestens 2 Joule Impulsenergie pro Kilometer Zaun liefern, bei kurzen Zäunen mindestens 1 Joule; bei starkem Bewuchs können deutlich höhere Werte nötig sein.
- Für die Erdung gilt als Grundregel: mindestens 1 Meter Erdstab je Joule Impulsenergie des Geräts. Die Erdungsspannung sollte tatsächlich gemessen werden, denn die Faustregel ohne Messung ist nur eine Schätzung; je niedriger der Wert, desto besser funktioniert das System. Ist der Zaun belastet und übersteigt die Erdungsspannung 500 Volt, müssen zusätzliche Erdstäbe eingebracht werden.
- Drähte oder Litzen müssen einen Widerstand von unter 0,25 Ohm/m aufweisen, bei langen Zäunen mit dichtem Bewuchs unter 0,1 Ohm/m.
Spannung, die regelmäßig zu prüfen ist
Für eine zuverlässige Abschreckung des Wolfs muss an jedem Punkt des Zauns jederzeit eine Spannung von mindestens 4.000 Volt anliegen, bei sehr trockenen Verhältnissen sogar 5.000 Volt. Das ist kein Wert, den man bei der Errichtung einmal prüft und dann vergisst: Die Kontrolle des Zauns und damit die Sicherheit der Herde muss durch regelmäßige Prüfungen gewährleistet werden, da Bewuchs, Feuchtigkeit und Verschleiß die Spannung mit der Zeit senken.
Welches System wählen
Je nachdem, ob es sich um eine dauerhafte Weide oder eine vorübergehend eingezäunte Fläche handelt, bietet PATURA unterschiedliche Lösungen.
Ein Festzaun ist dort sinnvoll, wo dieselbe Fläche über Jahre hinweg beweidet wird. Für Eck- und Endpfähle werden massive Robinienpfähle verwendet, Zwischenpfähle können aus selbstisolierendem Hartholz, mit Kreuzprofil oder als T-Pfosten ausgeführt sein. Ein solcher Festzaun zum Schutz vor Wölfen besteht aus fünf Stahldrahtreihen und ist 1,20 Meter hoch; bei Pferden kommen sechs Reihen des speziellen HippoWire-Drahts zum Einsatz, bei einer Höhe von 1,40 bis 1,50 Metern.
Ein mobiler Zaun eignet sich für versetzbare Einzäunungen, wenn Sie den Schutz nur vorübergehend oder an einem bestimmten Ort benötigen. Für die Schafhaltung empfehlen wir einen 5-drähtigen Standzaun mit Drähten auf 120 cm Höhe (Abstände 20/40/65/90/120 cm) oder einen leichter versetzbaren 4-drähtigen mobilen Zaun mit hochleitfähigen Litzen auf 90 cm Höhe, idealerweise erweitert auf 120 cm mit fünf Litzen. Ebenso wirksam sind hochleitfähige Elektrozaunnetze in vergleichbarer Höhe.
Die Ergänzung eines bestehenden Zauns ist der schnellste Weg, wenn bereits ein Zaun mit Maschen oder geschweißten Verbindungen vorhanden ist. Montieren Sie ein bis zwei elektrifizierte Drähte auf Abstandsisolatoren außen, vor dem bestehenden Zaun; das hindert den Wolf daran, den Zaun niederzudrücken. Ist der Zaun zu niedrig, kann der elektrifizierte Draht auch oberhalb davon geführt werden, auf einer Höhe von etwa 120 cm.
Checkliste vor dem Bau
- Weidezaungerät mit mindestens 2 J Impulsenergie pro Kilometer Zaun (mindestens 1 J bei kurzen Zäunen)
- Erdstäbe von rund 1 m je Joule Impulsenergie, gemessene Erdungsspannung unter 500 V
- Drähte mit einem Widerstand unter 0,25 Ohm/m (unter 0,1 Ohm/m bei langen Zäunen)
- Gemessene Spannung von mindestens 4.000 V an jedem Punkt des Zauns, 5.000 V bei trockenen Bedingungen
- Regelmäßige Zaunkontrollen und nach Möglichkeit Blinklichter zur frühzeitigen Warnung der Tiere
Brauchen Sie Beratung?
Ob Ihr jetziger Zaun einem Wolf standhält, prüfen wir gerne mit Ihnen, wenn Sie uns Zaunlänge und Drahtanzahl mitteilen.

