29. Juli 2026 Autor: Simon Kancler

Kuhbürsten: warum sich Tierwohl auszahlt

Kuhbürsten fördern Hygiene, Aktivität und eine ruhigere Herde. Ein Überblick über mechanische und elektrische PATURA-Lösungen für Stall und Weide.

Krtače za govedo: zakaj se dobro počutje obrestuje

Fellpflege ist keine Kosmetik. Tiere, die eine geeignete Stelle zum Scheuern und Kratzen haben, sind ruhiger, sauberer und zeigen weniger Anzeichen von Stress. Deshalb gelten Kuhbürsten heute als fester Bestandteil der Ausstattung für die Rinderhaltung in jedem modernen Stall.

Warum Scheuern keine Marotte ist

In der Natur scheuern sich Rinder an Bäumen, Ästen oder Sträuchern, doch solche Flächen fehlen im Stall oder auf der Weide in der Regel. Eine Bürste übernimmt diese Rolle anstelle der Natur. Das Tier nutzt sie völlig selbstständig, wann immer es das selbst entscheidet, das heißt, es muss weder auf den Betreuer warten noch sich nach dessen Zeitplan richten.

Regelmäßiges Kratzen und Scheuern trägt zu einem saubereren Fell bei, fördert die allgemeine Aktivität der Herde und verringert Hautreizungen durch Parasiten, Schmutz oder abgestorbenes Haar. Da das Tier die Intensität selbst wählt, ist das Verletzungsrisiko bei richtig gewählter Ausrüstung gering.

Mechanische oder elektrische Bürsten

Die Wahl zwischen einer mechanischen und einer elektrischen Ausführung hängt vor allem von der Gruppengröße, der Rasse und dem geplanten Montageort ab.

Mechanische Pendelbürsten benötigen keinen elektrischen Anschluss, was die Installation deutlich vereinfacht, da sie fast überall aufgestellt werden können, auch auf einer Weide ohne Stromversorgung. Das Tier bewegt die Bürste selbst und bestimmt so die Intensität des Kratzens. Sie sind in mehreren Größen erhältlich, von Modellen für Ziegen, Kälber und Alpakas bis zu größeren Ausführungen für erwachsenes Rindvieh und Pferde.

Elektrische Bürsten werden durch Berührung aktiviert und bürsten anschließend automatisch alle Körperteile, was eine gründlichere Pflege ermöglicht als bei mechanischen Ausführungen. Die Pendelausführung erlaubt Bewegung in alle Richtungen für maximalen Komfort, während die Doppelbürste fest montiert ist und ebenfalls den größten Teil des Körpers abdeckt. Beide verfügen über eine Sicherheitsabschaltung, die die Bürste bei starker Belastung oder wenn sich der Schwanz verfängt stoppt, was für die Sicherheit der Tiere wichtig ist.

Passen Sie bei elektrischen Bürsten die Montagehöhe an die Größe der Tiere an und achten Sie darauf, dass die Gruppe so bemessen ist, dass es beim Warten an der Bürste nicht zu Gedränge kommt. Als grobe Richtlinie gilt: Die Oberkante des Tragrohrs für die große Pendelbürste wird etwa 250 bis 285 cm über dem Boden montiert, bei der Doppelbürste beträgt der Abstand von der Unterkante der Bürste bis zum Boden etwa 65 bis 80 cm. Bei der mechanischen Pendelbürste liegt der Drehpunkt üblicherweise etwa 30 cm über der Hüfthöhe des Tieres. Die tatsächliche Höhe sollte stets an die konkrete Gruppe angepasst werden.

Für Weiden ohne natürliche Scheuermöglichkeiten wie Bäume steht auch eine modulare Bürste mit einer größeren Anzahl fest montierter Ringe zur Verfügung, die sich auch auf unbefestigtem Boden installieren lässt. Da die einzelnen Bürstenringe austauschbar sind, können abgenutzte Teile einzeln ersetzt werden, ohne die gesamte Bürste zu erneuern.

Bürsten für besondere Bedürfnisse

Neben den Standardausführungen für erwachsenes Milchvieh gibt es auch Lösungen für besondere Gruppen:

  • Federbürsten mit Schutzrahmen für Bullen und Mastvieh, bei denen das Tier die Bürste bei der Nutzung gegen den Schutzbügel drückt, was die Lebensdauer der Borsten verlängert.
  • Kälberbürsten, an eine kleinere Körpergröße angepasst, mit einer kleineren Putzfläche als bei Ausführungen für erwachsene Tiere.
  • Standbürsten, geeignet dort, wo kein Platz für die Montage anderer Ausführungen besteht, für Tiere von klein bis groß.
  • Scheuerbürste und Scheuermatte, die sich fast überall montieren lassen und so mit minimalem Aufwand den Zugang zur Pflege für die gesamte Herde erweitern.

Wo und wie viele Bürsten montieren

Anzahl und Anordnung der Bürsten sollten sich nach der Gruppengröße und dem Aufbau des Stalls richten. Für Gruppen mit mehreren Dutzend Tieren reicht eine einzelne Bürste in der Regel nicht aus, da sich an beliebten Stellen schnell Wartezeiten bilden. Platzieren Sie Bürsten so, dass Tiere sie erreichen können, ohne die Bewegung anderer Tiere zu behindern, und achten Sie darauf, dass die Scheuerfläche für Art und Größe der nutzenden Tiere ausreichend groß ist.

Berücksichtigen Sie bei der Standortwahl auch den Zugang für Reinigung und Wartung der Bürste selbst, da gut gepflegte Borsten länger wirksam bleiben.

Was als geeignete Scheuermöglichkeit gilt

Die Tierwohlkriterien für die Rindermast legen auch fest, was als geeignete Scheuermöglichkeit gilt. Die Fläche muss es den Tieren ermöglichen, sich an den Körperseiten, Kopf, Hals, Hinterteil und Flanken oder am Rücken art­typisch zu scheuern, ohne dass ein Verletzungsrisiko besteht. Die Flächen müssen ein unebenes Profil aufweisen, geeignet sind sowohl stationäre Bürsten als auch rotierende Pendelbürsten, Scheuermatten aus Gummi oder Scheuerplatten.

Für senkrecht montierte Reinigungsmöglichkeiten muss die Scheuerfläche mindestens 90 cm lang und 30 cm breit sein. Neben senkrechten sind auch waagerecht gestaltete Vorrichtungen geeignet, an denen sich das Tier Rücken und Kopf reinigen kann, ebenso Kombinationen aus beidem. Konkrete Maße sind dafür nicht vorgeschrieben, doch muss das artspezifische Putzverhalten ermöglicht werden.

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PATURA ist ein deutscher Hersteller von Bürsten und weiterer Ausrüstung für das Tierwohl, Kancler Sistem Pro ist der slowenische Partner für Verkauf und Montage.

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