16. Juli 2026 Autor: Simon Kancler

Wie Sie das richtige Fressgitter wählen

Montagehöhe, der gewählte Gittertyp und die Anpassung an das Alter der Tiere entscheiden, ob das Fressgitter im Stall wirklich funktioniert.

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Das Fressgitter ist ein zentrales Element der Laufstallhaltung, denn es bestimmt jeden Tag aufs Neue, wie komfortabel und sicher die Tiere fressen können. Das System funktioniert nur, wenn Sie das Gitter an Tierart und Alter anpassen und in der richtigen Höhe montieren. PATURA hat dafür empfohlene Einbaumaße sowie Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt, und Kancler Sistem Pro setzt diese als slowenischer Partner in konkrete Lösungen für die Rinderhaltung in heimischen Ställen um.

Warum der Futtertisch höher sein muss als der Standplatz

Betriebe fragen sich häufig, warum der Futtertisch nicht auf gleicher Höhe wie der Standplatz liegen darf, schließlich frisst das Tier auf der Weide auf derselben Höhe, auf der es steht. Der Grund ist einfach: Auf der Weide setzt das Tier beim Fressen ein Bein vor, was es im Stall nicht kann, wodurch die Reichweite zum Futter kürzer ausfällt. Der Futtertisch wird genau deshalb angehoben, um diesen Unterschied auszugleichen.

Dasselbe gilt für die Futterraufe: Sie muss bis zum Fressgitter reichen, sonst fällt Futter auf den Futtertisch statt in die Raufe. Werden die Pfosten direkt in die Raufe einbetoniert, sollte diese 5-10 cm breiter sein als der Pfosten selbst, sonst wird die Montage erschwert.

Was bei falscher Höhe passiert

Eine falsche Montagehöhe ist kein rein optischer Fehler, sie wirkt sich sowohl auf die Tiergesundheit als auch auf die Funktion des Gitters aus:

  • Ein zu niedrig montiertes Gitter kann zu Nackenabschürfungen führen, außerdem funktioniert der Fangmechanismus bei selbstfangenden Fressgittern nicht mehr richtig.
  • Ein zu hoch montiertes Gitter hindert kleinere Tiere daran, das Futter zu erreichen, zudem haben die Tiere Schwierigkeiten beim Ein- und Austreten aus dem Gitter.

Deshalb muss die Montagehöhe von Nackenrohr, Fressgitter und Futterraufe bereits bei der grundlegenden Stallplanung durchdacht werden, nicht erst beim Kauf der Ausstattung.

Das selbstfangende Fressgitter: drei Positionen

Ein selbstfangendes Fressgitter ermöglicht es einem Tier, das sich hinlegt und mit dem Kopf nach unten rutscht, sich selbst und ohne fremde Hilfe zu befreien. Das System kennt drei Positionen: freien Zugang, Fangen und eine Sicherheits- bzw. Notposition. Der Gitterrahmen besteht aus einem Rohr mit 60 mm Durchmesser (2"), die Zwischenrohre und der Fangrahmen haben einen Durchmesser von 42,4 mm. Jeder Fressplatz öffnet sich einzeln, auch eine schräge Montage ist möglich. Die Standardlängen reichen von 1,0 bis 6,0 m, bei einer Fressplatzbreite zwischen 60 und 100 cm.

Zwei Ausführungen von PATURA stechen besonders hervor:

  • Typ SSV hat eine einstellbare Nackenweite und eignet sich für alle Rinderrassen und Stalltypen, mit Notöffnung über einen unteren Auslass. Das leise Schließen wird durch Gummidämpfer und Kunststoffkappen erreicht, das Fressgitter lässt sich zudem öffnen (ab 3,00 m Länge ein Stützrad verwenden). Es eignet sich auch für Kälber mit Halsband, sofern der Bügel entsprechend geformt ist.
  • Typ SV hat ebenfalls eine einstellbare Nackenweite, ist aber vor allem für Mastrinder und Jungvieh konzipiert. Der Fressplatz ist dreifach verstärkt für hohe Stabilität auch bei Mastvieh, während sich bei Jungvieh kleinere Fressplatzbreiten einstellen lassen, um den Raum optimal zu nutzen.

Bei beiden Typen gilt derselbe Sicherheitshinweis: Verlassen Sie den Stall nicht, wenn das Gitter auf die Position "gefangen" eingestellt ist, und fixieren Sie Tiere nur unter Aufsicht.

Modulare und diagonale Ausführung

Das modulare selbstfangende Fressgitter SV erlaubt durch Kürzen und Anpassen der Anzahl der Fressplätze nahezu jede Länge, bei einer Mindestfressplatzbreite von 52 cm. Der Fangrahmen wird mit T-Schellen am Tragrohr befestigt, ab 4,00 m Länge wird eine serienmäßige Zwischenstütze benötigt, die in die Raufe einbetoniert wird. Ein solches Fressgitter ist etwa 95 cm hoch.

Ein diagonales Fressgitter ist eine weitere Option, geeignet vor allem für Gruppen, bei denen das Tier mehr Bewegungsfreiheit für den Kopf benötigt. Die Ausführung für ausgewachsene Tiere ist für Rinder ab dem 18. Lebensmonat gedacht, eine eigene Ausführung für Jungvieh von 6 bis 18 Monaten. Bei beiden ist ab 4,00 m Länge ebenfalls eine mittige, in die Raufe einbetonierte Stütze erforderlich.

Checkliste für die Wahl des Fressgitters

  • Der Gittertyp (SSV, SV, diagonal) passt zu Art und Alter der Tiere
  • Die Montagehöhen von Futterraufe, Futtertisch und Standplatz sind aufeinander abgestimmt
  • Die Futterraufe ist 5-10 cm breiter als die darin einbetonierten Pfosten
  • Ab einer Länge von 3,00-4,00 m ist eine Zwischen- oder Stützstütze eingeplant
  • Das Personal kennt die Sicherheitsregeln: Aufsicht beim Fixieren von Tieren, den Stall nie in der Position "gefangen" verlassen

Brauchen Sie Beratung?

Bei der Wahl des Gittertyps und der richtigen Höhe des Futtertischs helfen wir Ihnen gerne, wenn Sie uns eine Anfrage schicken.